31.07.2008
ESF-Belegschaft: „Jetzt reicht es langsam!

Elbe-Stahlwerker wehren sich gegen Vorwürfe der Umweltverschmutzung

 

Riesa, August 2008. 33 Grad im Schatten, in den Hallen der ESF Elbestahlwerk Feralpi GmbH schwitzen die Männer an Öfen und Walzanlagen bei weit höheren Temperaturen. „Stahlkochen und -walzen bedeutet von jeher, Hitze, Dreck und Lärm, damit kann jeder von uns umgehen,“ sagt Betriebsratsvorsitzender Maik Paul (44) über die tägliche Routine in der über 150 Jahre Tradition verkörpernden Riesaer Metallurgie.

Dass davon aber nichts in die Umwelt dringt, haben der italienische Hauptgesellschafter und das Management vor allem in den vergangenen zehn Jahren riesige Investitionen getätigt. Die Stahl- und Walzwerker und die mit ihnen verbundenen Mitarbeiter der EDF Elbe – Drahtwerke Feralpi GmbH wissen dieses Bemühen um sichere und unschädliche Arbeitsplätze nicht nur zu schätzen. Sie brachten sich selbst aktiv ein in den Prozess der Umweltzertifizierung, die ihrem Unternehmen höchste Standrads bestätigte. Rund 580 Jobs hängen an diesem Standort, der vor allem in den letzten beiden Jahren noch einmal einen kräftigen Schub in Sachen Emissions-schutz erfahren hat und dabei 60 neue Arbeitsplätze brachte.

„Um so mehr nervt uns, dass einige wenige Anlieger aus welchen eigenen Interessen auch im-mer diese Leistungen anzweifeln und unsinnige, nicht belegbare Vorwürfe in die Welt setzen,“ ärgert sich Medienschlosser Mario Unger. „Jetzt reicht es uns langsam.“ Gerade hatten jüngste Messungen wiederholt bewiesen, dass vor allem der „Ausstoß“ der gefürchteten Dioxine und Furane weit unter den europaweit geltenden Richtwerten liegt. Gleiches gilt für Feinstaub. „Selbst beim Abstich und bei der Wiederbefüllung des Ofen – Prozessstufen mit dem stärksten Anfall von Stäuben - zeigt die Messskala im Leitstand 0-Emmision an den Schornsteinen an, wie sich jeder augenscheinlich überzeugen kann, der das nur will“, erläutert Umweltingenieur Matthias Schreiber. In diese Messung kann sich übrigens auch die sächsische Umweltbehörde in Radebeul jederzeit einloggen, weiß der Emissionsfachmann.

Und Betriebsratschef Paul unterstreicht: „Unsere Kollegen nehmen aus Rücksicht auf Umwelt-anforderungen sogar einige Einschnitte in die Arbeitsqualität in Kauf. Oder meinen Sie viel-leicht, es ist ein Spaß, bei diesen sommerlichen Temperaturen nach 18:00 Uhr bzw. das komp-lette Wochenende hindurch bei wegen Lärmschutz geschlossenen Rolltoren ohne ein bisschen Durchzug zu arbeiten? Zuhause würde jeder die Balkontüren aufreißen!