Feuerwehr Riesa-Gröba übt Brandbekämpfung und Personenrettung auf dem Feralpi Werksgelände

 

Im Bereich eines Versorgungskanals führten die Gröbaer´ Kameraden am Samstag den 10. September eine Einsatzübung durch. Aus zwei Löschfahrzeugen stiegen 10 Minuten nach Alarmierung insgesamt 12 Feuerwehrleute an der Einsatzstelle aus.

 

Riesa: 13:59 Uhr, 30°C im Schatten und strahlender Sonnenschein - Was hier geübt wurde, ist ein Albtraum für jeden Retter. Diese Feuerwehrübung simulierte ein schwieriges Einsatzszenario, bei dem ein spezielles Sprechfunkgerät mit Totmannschaltung (sogenannte „Man-Down“-Funktion) einen Notruf an eine neu installierte Personen-Notsignal-Empfangszentrale (PNEZ) auslöste.

 

Hintergrund:

Die Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf Notrufmöglichkeiten im Stahl- und Walzwerk Riesa ergab, dass bestimmte alleinarbeitende Personen einer erhöhten Gefährdungsstufe ausgesetzt sind, d.h. nach einem schädigenden Ereignis diese Kollegen nur eingeschränkt handlungsfähig bleiben. Zu dieser Personengruppe gehören insbesondere Schichtschlosser, Schichtelektroniker und Medienverantwortliche, welche in den teils abgelegenen Bereichen des Werkes verschiedenste Arbeiten und Kontrollgänge durchführen. Daher war es für mich als Sicherheitsfachkraft und Brandschutzbeauftragten von Feralpi Stahl in Riesa ein Schwerpunkt dieser Übung, die erweiterte Personennotsignalanlage sowie die zugehörigen Meldeketten (Wachschutz – Schichtleiter – Feuerwehr) zu testen.

 

Zum Ablauf:

Ein „Man-Down“-Funkgerät wurde zusammen mit 2 Trainingspuppen (Dummy) in einem Brandabschnitt des Versorgungskanals zwischen dem Pumpwerk 1 & 2 abgelegt. Dieser ca. 100 m lange, unterirdische Gang mit Kühlwasserleitungen und Kabeltrassen hat einen minimalen Durchgang von h= 3 m und b=1 m. Nach einer Auslösezeit von 90 s wurde ein willensunabhängiger Lage- / Ruhealarm an die PNEZ gesendet. Falls die in Not geratene Person noch hätte kommunizieren können (Verunfallter muss am Sprechfunkgerät keine Taste mehr drücken), wäre eine Lokalisierung sehr leicht im direkten Gespräch möglich gewesen. Aber in diesem Fall konnte keine Sprechverbindung hergestellt werden, so dass Herr Panitz (elko Sicherheit GmbH Meißen) folgerichtig sofort die Feuerwehr informierte. Nach Ankunft und Erkundung der Lage entschied sich der Einsatzleiter der Feuerwehr Marcus Krahl für einen Zugang zu den vermissten Personen über das Pumpwerk 1, insbesondere weil der Zugang und der 2. Rettungsweg über das Pumpwerk 2 zwischenzeitlich durch eine Explosion nicht mehr möglich war. Zudem wurde ein 30 m langes Kanalstück künstlich verraucht. „Wir wollten es den Kameraden nicht zu leicht machen", sagte Löschmeister Steffen Herrmann.

 

Ende:

Bis 15:15 Uhr dann die 2. Person von den insgesamt 4 im Einsatz befindlichen Atemschutzgeräteträgern gerettet werden konnte, bauten die Kammeraden unter erschwerten Bedingungen alleine in dem verwinkelten Gebäude über 2 Etagen eine etwa 90 m lange Löschwasserversorgung auf. Am Ende der Einsatzübung zeigte sich die Einsatzleitung sehr zufrieden: obwohl in der Abschlussbesprechung auch Verbesserungsvorschläge angesprochen wurden, waren die getroffenen Entscheidungen erfolgreich.

 

Einsatzübungen kommen bei den meisten Feuerwehrleuten gut an. „Bei unseren Schulungen versuchen wir möglichst die „jungen“ Kameraden an solche Aufgaben heranzuführen“ so Mitorganisator Herrmann. Es ist ja schließlich wie beim Fußball: Ausbildung ist das Training, Einsätze das entscheidende Spiel. Und Einsatzübungen sind quasi “Testspiele”.

 

Prävention lohnt sich! Kooperation lebt von ihren Partnern. Wir bedanken uns bei der FW Riesa-Gröba und freuen uns auf eine weiterhin gute und unkomplizierte Zusammenarbeit!

 

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Denis Malluschke

Leiter Arbeitssicherheit / SIFA

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