Journalistendelegation aus ganz Deutschland zu Gast bei Feralpi

Stahlhersteller konstatiert: „Unsere Wirtschaft ist auf sauberem Stahl gebaut. Dafür brauchen wir faire Marktbedingungen weltweit und eine realistische Energiewende.“

Eine Delegation von Journalisten aus ganz Deutschland nutzte gestern die Gelegenheit, sich den traditionsreichen Stahlstandort Riesa anzusehen. Auf Einladung der Wirtschaftsvereinigung Stahl waren vom Handelsblatt Berlin bis zu Steel First, dem britischen Informationsdienst der Stahlbranche, Medienvertreter gekommen, um sich selbst ein Bild vom Alltag sächsischer Stahlhersteller zu machen. Neben einer Werksführung durch das Stahl- und Walzwerk sowie die Energiezentrale von FERALPI STAHL stand insbesondere der Austausch über die Antidumpingdebatte und Bedrohung der deutschen und europäischen Stahlindustrie durch China im Mittelpunkt sowie die Herausforderungen von energieintensiven Unternehmen in Zeiten der Energiewende.

 

Während die deutschen Stahlproduzenten enorme Umweltauflagen erfüllen müssten und sich die Branche in allen Umweltfragen in den vergangenen Jahren von einer ehemals schmutzigen Industrie zu moderner und umweltbewusster Produktion entwickelt hätte, herrschten außerhalb Europas noch völlig andere Bedingungen, erklärte Frank Jürgen Schaefer, Werksdirektor der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH. So würden beispielsweise in Riesa 1,2 Millionen Normkubikmeter an Abgasen pro Stunde aus Schmelzofen und -halle abgesaugt und gereinigt. Bereits seit 2012 ist das Unternehmen nach EMAS, der höchsten europäischen Auszeichnung im systematischen Umweltschutz, zertifiziert und investiert regelmäßig in umweltverbessernde Maßnahmen. Das Dampfprojekt, bei dem Feralpi aus Abwärmenutzung Dampf gewinnt oder die Maßnahmen im Rahmen des Umweltinnovationsprogrammes des BMU, bei dem Prozesse intelligent miteinander verknüpft werden, machen schon heute Einsparungen an Emissionen in Größenordnungen aus. So werden bis Mitte 2017 mehr zwei Drittel des CO2-Gesamtausstosses auf den Erdgasverbrauch des Walzwerksofens eingespart. All diese Maßnahmen erfülle China nicht und entspreche auch qualitativ nicht den Ansprüchen der Stahlprodukte aus deutscher und europäischer Erzeugung, ergänzte Sönke Winterhager, Inhaber der BGH Edelstahlwerke GmbH aus Freital, der ebenfalls zu der Gesprächsrunde nach Riesa gekommen war. Allen Beteiligten müsse bewusst sein, dass man sich mit dem zu Dumpingpreisen angebotenem Stahl aus China, schmutzige Produkte ins Land holt. Schaefer plädierte für faire Marktbedingungen. Bei politischen Entscheidungen müsse die Bedeutung der gesamten Wertschöpfungskette vom Stahl bis zum Fertigprodukt berücksichtigt werden. An jedem Arbeitsplatz hängen fünf bis sechs weitere Arbeitsplätze, die in Gefahr seien. Dagegen müsse man sich wehren.

 

Darüber hinaus wurde die Energiewende thematisiert. Auch hier stehen energieintensive Unternehmen wie Feralpi vor existenzbedrohenden Herausforderungen. Schaefer konstatierte: „Eine Energiewende zum Nulltarif ist nicht machbar.“ Es müsse eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorangestellt werden. Überdies forderten die beiden Unternehmensvertreter eine Vereinheitlichung der bis dato ungleich verteilten Netzkosten. Freital und Riesa hätte durch höhere Netzentgelte einen klaren Standortnachteil.

 

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dipl.-Ing. Frank Jürgen Schaefer

Prokurist / Werksdirektor

T +49 (0) 3525 749-100

M +49 (0) 171 3622930

E-Mail: frank.schaefer@feralpi.de