Gefahrenabwehr

Feralpi und Feuerwehr proben Ernstfall

 

Auf dem Gelände des Riesaer Stahlwerkes ist es in einem abgelegenen Gebäude aus ungeklärten Gründen zu einer Verpuffung gekommen. Via Kameraüberwachung wurde durch den diensthabenden Kesselwärter Herrn Rocco Donat das Ereignis in der unbesetzten Energiezentrale bemerkt und die Feuerwehr um 8:05 Uhr verständigt. In diesem Objekt wird eine Dampfturbine betrieben, welche eine große Menge eines leicht entflammbaren Arbeitsmittels (Silikonöl, Flammpunkt -6°C, UEG 0,4 Vol.%) enthält und die Verwendung von speziellem alkoholbeständigem Löschschaum notwendig macht. Für die Verschäumung des Schaumbildners mussten die Kameraden eine Wasserversorgung über 100 m von einem geeigneten Hydranten über mehrere Gleise hinweg aufbauen. Das war das Szenario der Feuerwehreinsatzübung am 9. September, bei der am Samstagmorgen 15 Einsatzkräfte der Stadtteilfeuerwehr Riesa-Gröba den Ernstfall probten.

 

Der Übungsverantwortliche der Feuerwehr Steffen Herrmann suchte nach einer Idee für eine Schaumübung, um im Rahmen einer Wochenendschulung insbesondere den teils jungen Kameraden Grundkenntnisse zum Einsatz von Schaumbildnern zu vermitteln, Führungsstrukturen zu überprüfen sowie das Know-how im Bereich „chemische Gefahren“ zu festigen. Ziele des Brandschutzbeauftragten waren es, das Brandschutzkonzept und die Löschmittelfestlegung für das Teilobjekt 34 sowie die zugehörige Meldekette zu testen. Zudem sollten auch Informationen zur Konkretisierung der Handlungsanweisung bei Alarmierung, Hinweise zur Verbesserung der Feuerwehrpläne gewonnen werden und natürlich spielen auch die Vermittlung von Ortskenntnis (Lokalisierung Zugänge und Hydranten, Auslösung Rauch-Wärme-Abzugsanlage, etc.) eine wichtige Rolle.

 

Zum zeitlichen Ablauf der Übung:

  • Leitstelle Dresden alarmierte die Feuerwehr um 08:10 Uhr
  • Ankunft des Feuerwehrfahrzeuges am Werkszugang 08.17 Uhr
  • Ankunft des Feuerwehrfahrzeuges am Einsatzort 08.21 Uhr
  • Angriffstrupp mit Atemschutz voll ausgerüstet 08.32 Uhr

 

Schaum ist nicht gleich Schaum! … das erkannte auch der Gruppenführer der alarmierten Einsatzmannschaft mit Hilfe der entsprechenden Feuerwehrpläne des Teilobjektes. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Schaumlöschmittel mit verschiedenen Einsatz-Schwerpunkten und unterschiedlichen umwelttechnischen Eigenschaften. Da die Schaummittel gemäß der Gefahrstoffverordnung auch als "wassergefährdende Stoffe" eingestuft sind, ist das Üben mit fluorhaltigen Schaumlöschmitteln zu vermeiden. Stattdessen wurde bei dieser Übung natürlich ein umweltverträgliches Übungsschaummittel verwendet.

 

Fazit:

Die beiden Organisatoren sind sich einig, dass durch die Feuerwehrübung Kenntnisse über betriebsinterne Abläufe verbessert und zugehörige Meldeketten verdeutlicht wurden. Positiv überrascht hat die schnelle und sichere Reaktion des Diensthabenden Wachdienstmitarbeiters Herrn Philipp der elko Sicherheit GmbH, notwendige Unterlagen wie die Feuerwehrpläne des Teilobjektes incl. örtlicher Einweisung zur Verfügung zu stellen. Als Empfehlung des Brandschutzbeauftragten ist eine stärkere Einbindung ortskundiger Feralpi - Mitarbeiter seitens der Feuerwehr mehr Bedeutung beizumessen.

 

Für die sehr gute Zusammenarbeit möchte sich Feralpi Stahl noch einmal bei der Feuerwehr Riesa-Gröba bedanken und würde sich über weitere gemeinsame Aktivitäten in der Zukunft freuen.